Prag

Die Buchmesse mit den Interviews, die Präsentationen meiner beiden Jugendbücher waren ein tolles Erlebnis. Auch wenn ich kaum fähig war, fünf Redewendungen auf tschechisch oder slowakisch zu lernen …!

IMG_0392Und Prag konnte ich auch noch ein ganzes Wochenende genießen. So und nun ist wieder Schreiben angesagt, meine Leser warten ja längst auf ein neues Buch …

 

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Bratislava

Am liebsten wäre ich noch einen Tag länger geblieben. Das Donauufer mit seiner Restaurant/Café/Lounge- Promenade, der Bookshop Panta Rhei mit  seinem stylischen Café, in dem ich den besten Pfefferminztee getrunken habe, das sonnige Wetter, die grünen Parks und all die freundlichen Menschen … eine tolle Erfahrung.

TV Bratislava mit Dolmetscherin Elena und Moderator Rasto

TV Bratislava mit Dolmetscherin Elena und Moderator Rasto

Den Auftritt im TV hab ich ohne Hustenanfall hinter mich gebracht, aber es ist so eine merkwürdige Situation, wenn der Moderator in einer für dich völlig unverständlichen Sprache auf die einredet und du musst erst warten, bis die Dolmetscherin dir alles übersetzt hat – zum Glück kann man im Film ja schneiden …

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Buchmesse Prag

Ich freue mich über die Einladung des Fragment Verlags in Prag, meine in Tschechien und der Slowakei erscheinenden Jugendthriller Sommerfrost und Sommernachtsschrei persönlich vorstellen zu dürfen.

Zuerst geht es nach Bratislava und dann nach Prag auf die Buchmesse, zu Lesungen, Signierstunden und TV-Interiews. Am Mittwoch, dem 15. Mai, geht es los. Ich freue mich schon sehr und werde hier darüber berichten.

 

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Das alte Haus (15)

Zum Glück! Jaco bellte und Ana Morales machte die Tür auf. „Ich hab mir Sorgen gemacht!“, sagte sie, „aber ich wusste, dass du es mit Jacos Hilfe schaffen würdest.“ Ich gab ihr das Kästchen. „Willst du nicht wissen, was drin ist?“, fragte sie. Natürlich wollte ich. „Wir müssen es aufbrechen“, sagte ich. Da huschte ein hintergründiges Lachen über ihr Gesicht. „Es ist schon jemand dafür da. Komm rein.“

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Drinnen saß ein Herr am Tisch. Er begrüßte mich mit einem ernsten Nicken. Das ist Don Salvador, der diese Angelegenheit in Ordnung bringen wird.“

„Don Salvador, Sie werden eine Axt brauchen“, sagte ich. Er griff in seine Aktentasche und holte ein Briefkuvert heraus. Damit kriegt er es bestimmt nicht auf, dachte ich noch, als er es aufmachte und einen kleinen Schlüssel herausnahm. Er steckte ihn ins Schloss. Das Kästchen sprang auf.

Die Münze blitzte im Licht der Küchenlampe. „Das ist sie“, sagten er und Ana Morales ehrfürchtig. „Jetzt ist die Macht der Hidalgos endgültig zu Ende. Endlich wird alles wieder seine göttliche Ordnung erhalten.“

Am nächsten Tag ging ich ins Bürgermeisteramt. Tatsächlich prangte dort, wo die Gipsstelle gewesen war – die Münze.

Das Seltsamste aber war: Dort, wo die Münze im Straßenpflaster eingelassen gewesen war, war jetzt ein Kreuz und … die Leute im Dorf sprachen von einer seltsamen Begebenheit: Das alte Haus war verschwunden. Es war einfach zu Asche zerfallen.

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Das alte Haus (14)

Das Kästchen wog schwer, es war aus Metall und und wie ich schon im Dunklen festgestellt hatte, brauchte man einen Schlüssel, um es zu öffnen – oder eine Axt. Zuhause hatte ich eine im Gartenschuppen und so hastete ich weiter hinter Jaco her, zwischen Bäumen und Büschen hindurch, stolpernd und nach Atem ringend. Der Mond hing über mir im Geäst und war als Lichtquelle nicht sonderlich hilfreich. So musste ich mich auf Jaco verlassen. Und endlich konnte ich einen Weg vor uns erkennen. Ich atmete gerade auf als ich Scheinwerfer auf uns zurasen sah. Ich schrie Jaco etwas zu und sprang in den Graben. Das Auto raste vorbei, viel, viel, viel zu schnell, dann hörte ich ein quietschendes Bremsen. Wo ist Jaco? Hat er es rechtzeitig von der Straße geschafft?

Es wäre entsetzlich, wenn ihm etwas passiert wäre! Plötzlich: lautes Bellen und Jaco sprang an mir hoch. Ich hatte keine Zeit, mich zu freuen, denn da war ein erneutes Aufheulen des Motors. Diesmal riss ich den Hund mit mir in den Graben und wir duckten uns als das Auto wieder an uns vorbeischoss. Das war knapp! Ich war ganz sicher: es war dasselbe Auto …

Das Kästchen an mich gedrückt lief ich mit Jaco im Schutz der Dunkelheit nach Hause. Immer wieder lauschte ich aber das Auto kam nicht wieder zurück.

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Schon von weitem sah ich das Licht an der Einfahrt meines Hauses brennen. Gleich geschafft, dachte ich und dann werde ich das Kästchen aufmachen. Kurz vor dem Haus blieb Jaco stehen. Sein Fell sträubte sich. Jetzt bemerkte ich auch den Schatten gleich neben der Toreinfahrt. Ich lauschte und hörte ein Husten. Dann glühte etwas auf und flog dann auf den Boden. Eine brennende Zigarette. Der Kerl besaß auch noch die Nerven, in seinem Versteck zu rauchen! Er hatte mich also sicher nicht kommen hören. Ich überlegte. Es gab nur eine Möglichkeit, die Sache endgültig zu beenden: Ich musste zu Ana Morales. Als ob Jaco meine Gedanken gelesen hätte sprang er auf und gemeinsam rannten wir los. Wir nahmen einen Schleichweg, der allerdings sehr steil war und durch die engsten Gässchen führte. Zum Glück kannte sich Jaco aus. Japsend hastete ich hinter Jaco her und endlich standen wir vor Ana Morales’ Haus. Dort brannte noch Licht.

 

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Das alte Haus (13)

Ich tastete in die Dunkelheit und bekam erst Erde zu fassen. Der Boden bestand aus gestampfter Erde, ich musste die Tür finden, einen Ausgang, ich musste hier raus. In der Dunkelheit eingesperrt zu sein, ist etwas Schreckliches.

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Da stieß meine Hand an etwas Hartes. Zuerst dachte ich an ein Möbelstück, an ein Tisch- oder Stuhlbein, aber plötzlich wusste ich, was es war: Ein Knochen und daneben war etwas Rundes, Gezacktes. Mit einem leisen Schrei, zog ich meine Hand zurück. Ein Schädel! Ich musste sofort an die Frau denken, die vor dreißig Jahren in dieses Haus gegangen und spurlos verschwunden war. Ich fand mein Handy, aber es zeigte keinen Empfang an. Wer sollte mich hier finden. Selbst mein Schreien würde wohl keiner hören. In dem Moment streift etwas meinen Arm und plötzlich war meine Hand in einem … Maul! Ich spürte die Zähne auf der Haut. War das auch das Schicksal dieser Toten da vor mir gewesen? Doch das Maul biss nicht zu – und da wusste ich, dass es Jaco war. Wie war er hier hereingekommen? Er zog mich – die Hand noch immer im Maul – weiter … und da erinnerte ich mich an Ana Morales’ Worte, die sagte, Jaco würde mich beschützen …

Ich stolperte über irgendwas und landete wieder auf den Knien auf der Erde. Jaco ließ meine Hand los und begann neben mir zu scharren. Er scharrte immer heftiger bis ich ein Kratzen hörte. Ein Kratzen auf Metall. Noch immer in der Finsternis tastete ich ein metallenes Kästchen. Jaco bellte auf als ich es aus der Erde zog. „Und jetzt? Wie kommen wir hier raus?“, fragte ich. Jaco bellte noch einmal, fasste dann wieder meine Hand – daran hatte ich mich nun ja schon gewöhnt  – und zog mich entschlossen weiter bis zu einer Wand, die ich leicht grau schimmern sah. Ich bückte mich zu Jaco hinunter, der durch etwas hindurchkroch. Durch ein Loch, ein Rohr, was auch immer … Ich schluckte, nahm mich zusammen und machte mich so klein es ging und kroch hinter ihm her, das Kästchen fest unter meinen Arm geklemmt. Und tatsächlich: Völlig verdreckt kam ich hinter Jaco aus einem Rohr, das direkt in einen Bach führte. Gerettet! Es war Nacht geworden und das Kästchen in meiner Hand leuchtete fahl. Ich müsste es öffnen, oder?

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Shane O’Connors letzter Fall

So, jetzt ist auch der letzte Fall meines Brisbaner Detectives wieder zu lesen. Als eBook bei amazon.

 

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Er heißt jetzt SPURLOS statt OFF ROAD. Beim Überarbeiten war ich wieder nach Australien versetzt, als ich in Darwin und auf Tiwi Island recherchiert habe. Fotos folgen.

 

 

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Das alte Haus (12)

Jaco sprang an mir hoch und rannte weiter voraus. „Nein“, stammelte ich, „nein …“ Ich hatte das Gefühl, diesen Ort sofort verlassen zu müssen. Draußen atmete ich auf. Ich konnte nicht anders als ihm zu folgen. Es wunderte mich nicht, dass wir nach einer halben Stunde genau vor dem Orangenhain standen, den ich erst kürzlich mit meinem Hund betreten hatte. Hier hatte alles begonnen. Hier müsste es auch enden, oder?

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Jacos Nackenfall sträubte sich und ich glaubte irgendwo wildes Gebell zu hören. Aber sobald ich stehenblieb und lauschte, war es verstummt. Bildete ich mir alles nur ein? So wie ich diesen Traum vor dem Relief gehabt hatte? Nein, Jaco war echt und ich folgte ihm zwischen den Bäumen hindurch – und stand schließlich vor dem alten Haus. Inzwischen dämmerte es und es war mir unheimlich. Hier war diese Frau verschwunden, oder war das alles Humbug? Würde gleich das Licht angehen und eine Menge anstrahlen, die Beifall klatschte und mich auslachte? Es ging kein Licht an, es wurde finsterer und kälter und da, auf einmal glaubte ich ein Rufen zu hören … es kam aus dem Innern des alten Hauses. Ich trat näher, aber Jaco folgte mir nicht mehr. Er blieb knurrend stehen und rührte sich nicht mehr vom Fleck. Ich gab mir einen Ruck und stieß die morsche Holztür auf. Drinnen war es vollkommen dunkel. Ich machte einen Schritt über die Schwelle – als ich einen Stoß im Rücken spürte, stolperte und auf den Boden stürzte. Mit einem lauten Knall fiel die Tür zu  …

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Das alte Haus (11)

Langsam näherte ich mich dem Relief. Es hing genau gegenüber der Rezeption, dort, wo ein älterer Beamter gerade telefonierte und sich dabei gewissenhaft Notizen machte. Ich nickte ihm zu, wie eine Touristin, die durch einen Tipp im Reiseführer aufmerksam gemacht worden war und den ganzen Weg durch den Ort auf sich genommen hat, um den Kunstgegenstand zu begutachten.

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Er schien mich gar nicht zu beachten. Dann stand ich davor. Ich konnte nicht anders, es war, als ob eine fremde Macht von mir Besitz ergriffen hätte. Ich streckte meine Hand aus und berührte das goldene Relief. Und in diesem Augenblick geschah etwas Merkwürdiges mit mir. Plötzlich befand ich mich inmitten eines Tempels. Irgendwo brannte eine Flamme, die eine betörende Essenz verströmte, es war dunkel, nur an manchen Stellen blitzte etwas Goldenes auf. Und ich hörte unbekannte Klänge, von Trommeln und hellere, so ähnlich wie von Triangeln. Gerade wollte ich meine Augen schließen und diese magische Atmosphäre in mir aufnehmen, als lautes Hufgetrappel und Schreien in den Tempel drang. Ich konnte mich gerade noch unter einem steinernen Altar verstecken als auch schon die die Pforte aufsprang und die ersten Krieger auf Pferden hereinstürmten. Sie trugen Rüstungen und Lanzen und ihre Pferde waren gepanzert und ich war nicht sicher, ob ich träumte oder ob das alles Wirklichkeit war. Dann begann das Gemetzel. Die Krieger stachen die Priester nieder, die aus den Nischen herausstürzten, um die Eindringlinge zu vertreiben. Panik erfasste mich und ich wagte nicht mehr zu atmen. Die Priester hatten gegen die Krieger keine Chance. Sie lagen bald alle in ihrem Blut am Boden. Die Krieger kümmerte das nicht. Ihre einzige Absicht schien zu sein, das Relief an der Wand über einer Art Altar in ihren Besitz zu bringen. Sie schlugen es heraus und banden es auf eine Trage., Sie wollten es mit einem Pferd davonschleifen. Plötzlich stürzte ein Krieger in schwarzer Kluft herein und es begann ein blutiger Kampf, der damit endete, dass der schwarze Krieger ein Stück des Reliefs an sich nehmen und fliehen konnte.
„Senora?“, riss mich eine Stimme zurück ins Jetzt, „kann ich Ihnen helfen?“
Ich schüttelte den Kopf und beeilte mich, wieder ins Freie zu kommen. Ich war ganz sicher, der schwarze Krieger war einer der Hidalgos gewesen. Jaco sprang an mir hoch. Er hatte es eilig, mich weiterzuziehen …

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Das alte Haus (10)

Warum mach ich das, frage ich mich. Aber da ist etwas in mir, das mich dazu treibt. Als stünde ich in einem geheimnisvollen Bann. Zwei Stunden lang lasse ich mich von diesem braunen Hund durch das Dorf ziehen, bis ich realisiere, dass er mich schon dreimal an der selben Stelle vorbei geführt hat – und jedes Mal dort verharrt ist. Endlich blicke ich auf den Boden. Das Mosaik. Der Stern, die Münze. Sollte das ein Hinweis sein?

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„Okay, ich hab’s kapiert, und was jetzt?“, fragte ich den Hund. „Du meinst doch nicht, ich soll hier das Pflaster aufgraben?“ Der Hund jaulte auf. „Das heißt Nein, stimmt’s? Das heißt Nein.“ Der Hund jaulte wieder auf. „Und was jetzt?“ Er fing an zu bellen und sprang auf einmal auf. Meinetwegen, dachte ich, dann soll er mich woanders hin führen, Hauptsache, ich muss dieses Pflaster nicht aufstemmen. Wir liefen eine weitere halbe Stunde durch schmale, steile Gassen, bis er schließlich vor dem Bürgermeisteramt stehen blieb, sitz machte und mich ansah. Das wird ja immer besser, dachte ich. Ich hatte keine Lust erneut mit der Guardia Civil zusammenzutreffen. „Okay, ich geh da rein und wenn da nichts ist, dann kannst du dich schleichen. Dann vergessen wir die ganze Sache!“ Der Hund bellte dreimal.Ich ließ ihn zurück und drückte die schwere Holztür auf. Es war dunkel. Nur ein Sonnenstrahl fiel durchs Fenster – direkt auf ein Wandrelief. Es leuchtete golden.Ich trat näher. Es zeigte nackte Krieger mit Speeren, Pyramiden und wilde Tiere. Und dort, über der Pyramide, wo die Sonne sein sollte, war ein Stück Putz. Gips. Die Sonne fehlte. Die Münze … der Hidalgos …

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